Nachhaltig Reisen zu Zeiten der Covid19-Pandemie

Nachhaltig Reisen in Zeiten von Corona

Ein Reisebericht oder: Not macht nachhaltig

Ich stehe in einem Park am Rhein, blinzele in die Sonne, beobachte das Glitzern auf dem Fluss und atme kühle Luft. Mein schwerer Rucksack steht auf der Bank. Meine Maske klemmt nicht unter meinem Kinn, sondern bedeckt mein halbes Gesicht. Am Rhein herrscht Maskenpflicht! Unsicher recherchiere ich vorsichtshalber im Netz, ob man verweilen darf oder in Bewegung bleiben muss. Verweilverbot? – was für eine verrückte Zeit.

Ich habe Glück; unter der Woche darf man am Rheinufer auf einer Bank sitzen und in der Sonne verweilen.

Darüber bin ich unendlich froh. Denn aus meinem Hotelzimmer musste ich bereits auschecken, aber der Gerichtstermin ist erst in einer Stunde. Cafés haben geschlossen und zum Gerichtsgebäude bekommt man frühestens 15 Minuten vor dem Termin Zutritt. Gottseidank scheint die Sonne und es ist frühlingshaft warm.

Den Weg vom Hotel zum Gericht bin ich gegangen, um Zeit zu schinden, aber auch um noch etwas Bewegung zu bekommen.

Denn nach dem Termin sitze ich unendlich scheinende fünf Stunden im Zug nach Hause.

Auf Geschäftsreise: Wie ernähre ich mich nachhaltig?

Ich höre in mich hinein: Wie fühlst du dich heute? Erschöpft. Die Maske lässt mich nur schlecht atmen bzw. schlechte Luft atmen. Nirgends kann ich wirklich meine Seele und meinen Kopf entspannen. Immer passe ich auf, den Abstand zu anderen Menschen einzuhalten. Kein Café, kein Bäcker lädt zum Sitzen auf einen Kaffee oder Tee ein. Kein Abendessen in einem Restaurant oder wenigstens unten in der Hotelbar. Stattdessen essen auf dem Hotelzimmer vor dem Fernseher.

Ich esse sowieso sehr ungern an Bahnhöfen, in Schnellrestaurants oder vor Imbissen. Das Essen ist nicht mein Geschmack, zu teuer für 100 % Zucker, Geschmacksverstärker und Farbstoffe und dafür 0 % Geschmack und 0 % gesund. In den jetzigen Zeiten esse ich noch weniger gern unterwegs. Keine Möglichkeiten, sich die Hände zu waschen, kein ruhiges Plätzchen zum Essen und dieser Stress mit dem Auf- und Absetzen der Maske im Gesicht. Lieferdienste oder Essen zum Mitnehmen sind auch nicht so mein Ding.

Da stört mich schon allein der Verpackungsmüll,
den ich mit dem Essen einkaufe.

Wie also geht das mit dem nachhaltig reisen?

So geht die nachhaltige Selbstversorgung auf Reisen

Ich habe mich daher entschlossen, mich auf meinen Reisen in Zeiten der Covid19-Pandemie zu 100% selbst zu versorgen. Einzige Bedingung ist, dass die Reise nur eine Übernachtung verlangt, sonst wird es zu schwierig.

Für die Hinfahrt nehme ich meine Metallflasche voll Wasser und meine Thermoskanne aus Edelstahl von AvoidWaste voll Tee mit. Geschmierte Brote oder Brötchen liegen neben Obstschnitzen in der Brotdose aus Edelstahl. Eine Handvoll Nüsse oder Studentenfutter schlummert als Snack in der anderen Brotdose von Brotzeit, die auch fest verschließbar ist. Als Abendessen nehme ich ein großes Einmachglas voll kleingeschnittenem Gemüse, vorgekochten Nudeln und einem Löffel Gemüsepaste mit. Im Hotelzimmer muss ich nur noch Wasser im Wasserkocher erhitzen und in das Glas einfüllen. Gemüse und Nudeln werden dadurch erhitzt und die Gemüsepaste löst sich auf und würzt alles. So geht nachhaltig reisen in 2021! Sollte ich mal länger unterwegs sein, kann ich auch vorher heißes Wasser in die Thermosflasche füllen und später die Nudeln übergießen. Praktisch oder?

Thermoskanne von Avoid Waste
Mit einer Thermoskanne kann man auch unterwegs Getränke mitnehmen, ohne Müll zu produzieren

Ein Geschmack macht sich auf meiner Zunge breit, der mich an Zuhause erinnert.

Das tut gut in diesen wilden Zeiten. Ich fühle mich weniger allein in dem Hotelzimmer, weniger als Gefahrenquelle in einer Stadt, die mit der Covid19-Pandemie kämpft und sich betont ausladend gegenüber Besuchern gibt.

Meist bekomme ich auf dem Zimmer oder beim Frühstück einen Beutel Tee, um für die Rückfahrt meine Thermoskanne aufzufüllen. Die Wasserflasche fülle ich am Wasserhahn auf. Vom Frühstück bleibt meist ein Apfel oder eine Banane übrig. Für die Rückfahrt gibt es also nur wenig Reserven. Nein, ich bin kein Frühstücker – außer auf solchen Reisen. Dann bringt mich ein ausgiebiges Frühstück halbwegs durch meinen Tag.

Die leeren Brotdosen aus Edelstahl klimpern auf der Rückfahrt in meiner Tasche und trällern mir ein Liedchen über die fetten Zeiten der Hinfahrt. Ganz ehrlich, nachdem ich zu Hause angekommen bin, habe ich meine letzten Reserven aufgebraucht. Ein weiteres geschmiertes Brot als Wegzehrung hätte es angenehmer gemacht – das wollen aber die wenigsten Hotels.

Endlich erreiche ich mit dem Zug die Stadtgrenze von Hamburg und frage mich: Wirst du deine Selbstversorgung nach der Covid19-Pandemie beibehalten? Denk mal an die Vorteile des nachhaltigen Reisens:

Essen nach deinem Geschmack, ohne Verpackungsmüll.

Gesund und nachhaltig zu 100 %.

Das klingt verlockend und machbar. Bis zum Frühstück im Hotel ist alles gut und die Getränkeversorgung für die Rückfahrt ist auch kein Thema. Nur das Essen auf dem Rückweg ist eine echte Herausforderung – es sei denn, das Hotel würde mir ein zusätzliches Brötchen als Wegzehrung gestatten oder ich hätte Zeit für ein Mittagessen in einem Restaurant…

Edelstahlbrotdose für unerwegs
Mit einer Edelstahlbrotdose kann man unterwegs nachhaltig reisen und sein Essen ohne Müll zu produzieren mitnehmen.

Rezeptidee für nachhaltiges Reisen

Du brauchst für die Reise:

  • Ein großes Schraubglas mit Deckel oder fest verschließende Brotbox, z. B. von Brotzeit
  • einen Löffel

Zutaten:

  • Rohkostgemüse nach deinem Geschmack (z.B. Möhre, Frühlingszwiebel, Erbsen, Paprika, Tomaten)
  • Vorgegartes Gemüse/Dosengemüse nach deinem Geschmack (z.B. Zuckermais, Kidneybohnen, Kichererbsen, Bohnen)
  • Vorgegarte Nudeln (am besten nur al dente kochen)
  • 1 EL selbst gemachte Gemüsepaste oder alternativ einen Brühwürfel bzw. 1 EL Instant-Brühe

Zubereitung:

  • Gemüsepaste/Brühwürfel/Instant-Brühe in das Glas geben
  • Abgekühlte vorgegarte Nudeln in das Glas geben
  • Rohkostgemüse und abgekühltes vorgegarte Gemüse in das Glas geben
  • Deckel fest verschließen.
  • Sobald du essen willst: heißes Wasser aus dem Wasserkocher oder deiner Thermoskanne, z.B. von AvoidWaste in das Einmachglas gießen. Es sollte alles bedeckt sein, damit alles erwärmt werden kann. Deckel locker draufsetzen, damit die Hitze nicht so leicht verfliegt. 5 Minuten warten und dann gut umrühren, damit die Brühe die Nudeln und das Gemüse würzt. Und GENIESSEN!

Tipp: Du kannst bei den Zutaten deiner Fantasie freien Lauf lassen. Gib eine Tomaten-Paste anstelle der Brühe in dein Glas für Nudeln mit Tomatensauce. Nimm anstelle der Nudeln Reis und anstelle der Gemüsebrühe eine kräftige Hühnerfleisch-Paste/Instant-Hühnerbrühe. Lass dich inspirieren oder inspiriere andere mit deinen Ideen und guten Erfahrungen!

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Bereits erschienene Beiträge zu dieser Serie:

Gedanken einer Frau
Jahreswechsel
ErINNERung
Brief an meine Mutter

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