Kolumne: Der Hausputz

Handschuh für Hausputz

Ich bin heute Morgen durch das Haus gewirbelt und habe die dreiviertel Stunde bis zu meiner ersten Telefonkonferenz genutzt:

  • um die Wäsche zu legen
  • die Böden freizuräumen
  • den Müll rauszubringen
  • die Regale freizuräumen und und und.

Nein, es war kein Frühjahrsputz. Immer mittwochs kommt unsere Haushaltshilfe. Und damit die überall gut herankommt, räumen wir alles weg. Bei diesem Hausputz hatte ich eine Eingebung:

Wenn Kinder im Haus sind, sind viele praktische Dinge eigentlich nutzlos.

Viele Familien könnten sich einiges an Geld sparen, wenn sie diese Dinge einfach nicht anschafften – auf solchen Hausputz verzichteten.

Kolumne über Hausputz

Türen z.B. Kinder haben ungeahnte Kräfte, diese zu öffnen, aber scheinbar schwinden diese Kräfte(?) oder reichen diese Kräfte nicht aus (?), wenn die Türen dann wieder zu schließen sind. Warum auch immer! Also stehen die Schranktüren, Badezimmertüren, Schubladen meist offen – wie mein Mund, wenn ich das sehe und meine Kinder dabei beobachte. Warum tun wir uns das an, überhaupt Türen und Schubladen zu montieren?

Ließe man sie weg, würde man sich einigen Ärger ersparen – angefangen bei dem Ärger mit dem Transport der riesigen Pakete, dem Lesen der Montageanleitung für den Schrank und endend mit dem Hausputz wegen der zahlreichen Sägespäne, die überall herumliegen.

Nächstes Beispiel Toilettenpapierhalter. Ich bin scheinbar die einzige, die leere Toilettenpapierrollen herausnimmt und die neue Rolle einsetzt. Wenn es nach dem Rest der Familie geht, würde die Rolle einfach auf dem Halter oder besser auf dem Boden stehen. Der Monteur, der schon Schweißperlen auf der Stirn hat, weil er an das Bohren in der Fliesenfuge oder an der verputzten Wand denkt, würde einem dankbar um den Hals fallen, wenn man ihm mitteilte, dass kein Toilettenpapierhalter montiert werden muss. Wetten, man käme auf seine Weihnachtskartenliste?

Nächstes Beispiel Kleiderschränke. Die Kinder verteilen und lagern ihre Klamotten in ihrem Bett, hinter ihrem Bett, unter ihrem Bett, auf dem Boden – in vielen! Zimmern des Hauses auf dem Boden. Wenn ich die frisch gewaschenen Kleider liebevoll zusammenlege, dann finde ich sie ein paar Tage später möglicherweise im Schrank – mit einem kräftigen Wusch einfach hineingekippt. Warum nehmen wir nicht einfach eine Tonne für die Klamotten? Die Türen vom Schrank machen die Kinder eh nie zu, die spart man bei schlauem Vorgehen sowieso schon ein. Dann kann man in letzter Konsequenz auch gleich den Schrank weglassen.

Und was ist mit Tellern? Meine Kinder lieben das Essen mit allen Sinnen. Dazu gehört es, großzügig die Krümel um den Teller herum anzuordnen und auf dem Boden zu verteilen. Ja, man kann ohne Sorge bei uns vom Boden essen – man muss nur mit dem Angebot dort unten zufrieden sein und muss Freude daran haben, Dinge zu probieren, die man nicht gleich auf den ersten Blick erkennt. Also Teller braucht man dann für die Kinder schon mal nicht. Wieder etwas gespart!

Man könnte den alles in allem neu gewonnenen Einrichtungsstil mit einem hippen Namen versehen und schon wäre es angesagt und jeder würde es machen. Innenraumgestalter könnten endlich Geld mit nicht gekauften Einrichtungsgegenständen oder dem Entrümpeln von Wohnungen verdienen. Hausputz auf seine eigene Art.

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