Gastbeitrag: Max und die wilde 7 – Das schwarze Ass

Leserkritik zum Buch „Max und die wilde 7 – Das schwarze Ass“

von Lisa-Marie Dickreiter und Winfried Oelsner, erschienen im Oetinger Verlag

Dankesbrief einer Leserin

„Mach noch mal die Vera bitte, bitte bitte bitte, Mama!“ Meine beiden Töchter lieben die schrullige Vera, den strengen Kilian und den vergesslichen(?) Horst. Jeder der drei Senioren bekommt eine eigene Stimme von mir. Veras Stimme ist schrill, langgezogen und nasal. Kilian bekommt eine Stimme wie ein echter Schlaumeier. Horst hat nen Berliner Dialekt. Meine Kinder lieben Vera und ihre Stimme.

Und ich? Ich liebe den Max. Max ist mutig und im Herzen ein Held, glaubt an die Gerechtigkeit und kämpft sich durch die manchmal harte Welt der Kinder. Max ist neun Jahre alt und mit seiner Mutter vor Kurzem auf die Burg Geroldseck gezogen. Der Coolness-Faktor der Burg ist leider niedriger als ein abenteuerlustiger Neunjähriger denkt. Denn Burg Geroldseck ist ein Seniorenheim. Dort lernt Max recht schnell die drei rüstigen Senioren Vera, Kilian und Horst kennen. Er freundet sich mit ihnen an und versucht den Einbrecher dingfest zu machen, der die Rentner beklaut und an dem Tatort eine Karte, das schwarze Ass, liegen lässt.

Die Geschichte ist spannend genug für 10 Jährige und gut verdaulich für 8 Jährige. Wir haben sie abends im Bett gelesen, ohne dass danach Alpträume die Nacht ruinieren.

Das schönste aber an dem Buch ist: Die Autoren wissen genau, wie sich Kinder fühlen, wenn sie unsicher sind, sich schämen, Angst haben oder wütend über Ungerechtigkeiten sind. Wir Erwachsenen haben es leider viel zu schnell verlernt, zu spüren, was mit uns bei schlechten Ereignissen geschieht, oder zu erspüren, dass uns etwas verstört. Sie beschreiben die Gefühle so treffend, dass sich die Kinder verstanden fühlen und in die Geschichte eintauchen können. Für mich als Erwachsene war es eine Offenbarung in die Gesichter meiner Kinder und in ihre Gefühlswelt einzutauchen. Ich habe meine Kinder dabei beobachtet, wie sie mitfühlen, und habe das Gleiche gefühlt wie sie. Es hat uns einander auf unbeschreibliche Art und Weise nähergebracht und wiedervereint. Für diese kostbare Familienzeit bin ich den beiden Autoren unendlich dankbar.

Hier eine Kostprobe aus dem Zauber des Buches, der mich erfasst hat und tief in meinem Herzen verankert bleiben wird:

Es ist wie verhext: Mit jedem Schritt, den Max macht, wird der Weg zu Veras Wohnung nicht kürzer, sondern länger. Und der riesige Blumenstrauß immer schwerer. Mittlerweile hat Max das Gefühl, eine Palme durch Burg Geroldseck zu schleppen! Und dabei muss er auch noch ganz vorsichtig sein, damit er die Blüten nicht zerknickt. Denn sonst sieht der Blumenstrauß doof aus und hat keine Wirkung mehr auf Vera.

„Cool bleiben“, murmelt Max.

„Ist doch nur ne stinknormale Oma.“

Aber er weiß, dass das nicht stimmt. Vera ist alles andere als stinknormal. Vera gehört zur Wilden Sieben! Und wenn der Weg zu ihrer Wohnung noch länger dauert, kann es sein, dass Max vor lauter Aufregung kein Wort mehr rauskriegt. Dann ist es sowieso aus und vorbei mit dem Entschuldigen. Dann wird sich sein Gesicht mal wieder in eine Tomate verwandeln und das Elend seinen Lauf nehmen!

Max stöhnt stößt einen lauten Seufzer aus. Da durchzuckt ihn ein Gedanke: Was, wenn er den Blumenstrauß einfach vor Veras Tür legt, klopft und schnell abzischt?

Wenn das nicht eine super geniale Idee ist! Erleichtert stapft Max die letzte Wendeltreppe hinauf und schleicht den Flur entlang. Doch gerade als er den Blumenstrauß auf Veras Fußmatte legen will, fällt ihm ein dickes Aber ein: Seine Mama wird ganz bestimmt davon erfahren. Und das bedeutet neuen Ärger! Denn einen Blumenstrauß auf die Fußmatte legen, klopfen und abzischen ist keine besonders höfliche Art, sich zu entschuldigen. Schon gar nicht bei einer berühmten Schauspielerin! Und wie er seine Mama kennt, muss Max sich dann gleich noch mal bei Vera entschuldigen. Verdammt!

Zitat aus Max und die wilde 7

Das würde sein Sparschwein nicht überleben. Auch wenn seine Mama mehr als die Hälfte vom Blumenstrauß bezahlt hat: Max hat ZEHN Euro dazu geben müssen!

Was er sich dafür hätte alles kaufen können… Max mag gar nicht daran denken. Mindestens drei Comics! Und wie viele saure Zungen erst… Die kosten ja nur fünfzehn Cent! Der Professor könnte bestimmt so schnell wie ein Computer ausrechnen, wie viele man für zehn Euro kriegt. Obwohl der wahrscheinlich gar nicht weiß, was saure Zungen sind.

Das Knistern der Blumenstraußfolie erinnert Max daran, dass er sich zusammenreißen muss. Wenn er noch länger nachdenkt, steht er morgen früh noch hier – und dann sind die Blumen verdurstet und verwelkt. Und dann hätte er das Geld auch gleich aus dem Fenster schmeißen können…

Max hebt einen Arm, und wie auf Kommando beginnt sein Herz zu rasen, und eine unsichtbare Klauenhand umklammert seine Brust. Richtig fies drückt die zu!

Cool bleiben.

Und klopfen.

Einen hastigen Atemzug später hört Max von drinnen Veras Stimme: „War da was? Hat da nicht gerade jemand geklopft?“ Soll Max jetzt laut Ja schreien? Oder noch mal klopfen? Oder warten?

Das fängt ja gut an!

Da wird die Tür aufgerissen.

Vor lauter Schreck hält Max den Blumenstrauß vor sich wie ein Ritter seinen Schild. Er sieht nichts von Vera – aber er kann sie hören.

„Hallo, Max. Das ist ja eine Überraschung! Ist der für mich? Komm rein!“ Als würde sie jeden Tag Blumen bekommen, rupft Vera Max seinen Strauß einfach aus den Händen und verschwindet in der Wohnung. Das alles ging so schnell, dass er nicht mal Piep sagen konnte. Vorsichtig folgt Max Vera. Ohne Blumenstrauß fühlen sich seine Hände ganz leer an, und er weiß nicht recht, wohin mit ihnen. Also vergräbt er sie in seinen Hosentaschen.

Vielen Dank für deine Leserkritik! Wir kennen das Buch auch und sind ebenso begeistert!

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Max und die Wilde 7 - Das schwarze Ass

 

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