Aufgeklärt: Was du vor der Geburt wissen solltest

Im Versicherungsdschungel verirrt?  

6 Antworten zur privaten Krankenversicherung


Du bist schwanger? Vielleicht sogar zum ersten
Mal? Dann hast du sicherlich viele Fragen. Du hast viel um die Ohren. Dich
beschäftigt eine Menge. Sicherlich auch die Frage, wie du dein Kind richtig
versichern solltest. Wenn du dir darüber noch keine Gedanken gemacht hast, dann
wird es allerhöchste Eisenbahn. Denn es gibt ein paar Dinge, auf die man schon
vor Geburt achten sollte.


Versicherung für Kinder


Bei uns war das recht einfach. Mein Mann und ich
sind beide gesetzlich versichert. Unsere Mädchen mussten nur bei einer der
beiden Kassen (und das sind sogar dieselben) angemeldet werden und der neue
Erdenbürger ist mit Geburt kostenfrei familienversichert.


Anders sieht es allerdings aus, wenn ein Elternteil
privatversichert
ist. Da ich auf dem Gebiet keine Expertin bin, habe ich mich
auf der Babywelt Hamburg mit dem PKV-Familienexperten gesprochen.Christoph ist
einer der Gründer von SelberMakler und betreibt seit 2014 das Angebot
kinder-privat-versichern.de.

Lieber Christoph, welche Familien kommen zu euch
und fragen nach einer Versicherung?


Grundsätzlich sollten sich alle werdenden Eltern
Gedanken über den richtigen Gesundheitsschutz für ihren Nachwuchs
machen.
Gesetzlich Versicherte müssen sich zwar um die Grundabsicherung keine Sorgen
machen. Wer aber mehr für sein Kind will und beispielsweise Rooming-In im
Krankenhaus, die Brille oder später mal die Zahnspange nicht aus eigener Tasche
bezahlen möchte, kann dafür eine private Zusatzversicherung abschließen.

Privatversicherte haben einen Rechtsanspruch
darauf, dass ihr Versicherer auch das Kind in genau dem Tarif annimmt, den sie
selbst haben. Doch häufig gibt es gute Gründe dafür, den Nachwuchs anders zu
versichern. Zum Beispiel, wenn man selbst nur selten zum Arzt geht und deswegen
Tarif mit hohem Selbstbehalt gewählt hat. Oder wenn man noch in einem alten
Tarif mit geschlechtergetrennter Kalkulation (vor 2012) fest hängt. Da gibt es
meistens passendere Kindertarife am Markt.

Ab wann sollte man euch kontaktieren, wenn man
an einer Versicherung interessiert ist?


Ideal
ist es, sich spätestens sechs Wochen vor der Geburt mit dem Thema auseinander
zu setzen.
Wenn man eine Problemschwangerschaft durchmacht oder familiär mit
Risiken vorbelastet ist, sollte man sich besser schon so früh wie möglich damit
befassen. Denn es gibt eine entscheidende Frist: Der private Versicherer muss
das Kind nur auf einem Tarifniveau annehmen, dass ein Elternteil zum Zeitpunkt
der Geburt schon seit mindestens drei Monaten selbst hat. Hier rechtzeitig ein
Tarif- und Leistungsupgrade vorzunehmen, zahlt sich später also für das Kind
auf jeden Fall aus. Das gilt für die private Zusatzversicherung übrigens
genauso wie für die Vollversicherung.

Warum ist es nötig, das Kind schon vor der
Geburt anzumelden? Kann ich nicht einfach abwarten? Als werdende Eltern hat man
doch sowieso schon so viel um die Ohren.


Das Kind kann man immer erst nach der Geburt
anmelden
. Und dann hat man bei privaten Versicherungen auch zwei Monate dafür
Zeit. Doch nach der Geburt geht die turbulente Zeit erst richtig los! Und es
entstehen ja schon für U1 und U2 erste Kosten, die man bei der
Krankenversicherung des Kindes abrechnen möchte. Deswegen sollte man seine
Entscheidungen vorher schon in aller Ruhe getroffen und alles vorbereitet
haben, so dass es gleich nach der Geburt schnell und unkompliziert geht.

Wenn man selbst noch eine Umstellung oder ein
Upgrade seines Gesundheitsschutzes durchführen möchte oder muss, sollte man
aber früher dran sein. Denn da gilt ja: Nur in einem Tarif, den ich als
Elternteil zur Geburt selbst schon seit mindestens drei Monaten habe, muss das
Kind auch angenommen werden.

Daraus ergibt sich übrigens ein entscheidender
Trick
für gesetzlich Versicherte, denn das gilt auch für private Zusatzversicherungen.
Eltern von Kindern mit Trisomie 21 beispielsweise versuchen immer wieder, eine
Zusatzversicherung zu bekommen, die für Brillen und so weiter bezahlt. Wenn das
Kind schon da ist und die Eltern beide selbst keine Zusatzversicherung dafür haben:
Kaum machbar. Es gibt bei jedem Antrag eine Gesundheitsprüfung. Private
Versicherer können sich aussuchen, wen sie annehmen. Oder ablehnen.

Wenn es aber eine sogenannte
Kindernachversicherung nach §198 VVG wird, muss der Versicherer das Kind
annehmen – ob er will oder nicht.

Mehr dazu: Kindernachversicherung

Geburt und Versicherung. Was man wissen sollte als Eltern.
Auf der Babywelt im Gespräch


Kann man das Baby auch versichern, wenn beide
Elternteile in der GKV sind?


Worüber man sich da zuerst einmal Gedanken
machen sollte, ist die richtige gesetzliche Krankenkasse. Denn da gibt es nicht
nur im Beitrag, sondern auch in den Leistungen für Familien echte Unterschiede!
Die BKK VBU tut sich beispielsweise mit einem echt guten Angebot für Familien
und Kinder besonders hervor.
Mehr Infos dazu gibt es hier: „Kinder privat versichern“

Viele Wünsche, die gesetzliche Kassen nicht
übernehmen – nach alternativen Heilmethoden zum Beispiel – kann man sich mit
privaten Zusatzversicherungen für wenig Geld erfüllen. Das teilt sich auf in
ambulante, stationäre und Zahnzusatztarife. Ein richtig gutes Komplettpaket
gibt es für Kinder schon für unter 25 Euro.

Was gibt es bei den unterschiedlichen Familienkonstellationen zu beachten?

Grundsätzlich geht es immer um die Frage, ob es
einen Zugang zur beitragsfreien Familienversicherung gibt, die in der
gesetzlichen Krankenkasse von der Allgemeinheit bezahlt wird. Wirklich
„kostenlos“ ist das also nie. Das Prinzip ist einfach: Wer privat versichert
ist, dessen Kind hat keinen Zugang zur beitragsfreien Familienversicherung.
Sind die Eltern unterschiedlich versichert, kommt es darauf an, ob sie einen
Trauschein haben oder nicht. Bei Unverheirateten wird das Kind so versichert
wie die Mutter und der Vater ist dafür unerheblich.

Wer sein Kind also nicht beitragsfrei gesetzlich
versichern kann, kann es natürlich freiwillig gesetzlich versichern. Das kostet
aber in der Regel deutlich mehr, als ein sehr anständiger privater Premium-Tarif:
Um die 170 Euro im Monat nehmen die gesetzlichen Kassen derzeit für freiwillig
versicherte Kinder. Und dann hat man trotzdem nur die Regelversorgung mit
Kassenleistungen. Für 154,30 Euro kann man dagegen bei der HanseMerkur das Kind
in einem echten Hochleistungstarif ohne Selbstbeteiligung anmelden. Wenn man sich für eine Selbstbeteiligung und ein niedrigeres
Leistungsniveau entscheidet, gehen Kindertarife schon unter 100 Euro
Monatsbeitrag los.

Mehr Infos dazu gibt es hier: Kindertarife.

Andere Familienkonstellationen – wie das in bestimmten Fällen aussieht:

Eingetragene Lebenspartnerschaften 

Eingetragene Lebenspartnerschaften gelten in
Sachen Krankenversicherung im Sozialgesetzbuch ohne Einschränkung genau wie
unterschiedlich geschlechtliche Ehen. Wenn die Partner also diesen Status
haben, wird die Versicherungssituation beider in Betracht gezogen. Ist einer
privat versichert und verdient auch nicht deutlich weniger als der andere, wird
das Kind besser auch privat versichert.

Dieses Thema hat sich ja zum Glück mit der heutigen Regierungsentscheidung erübrigt 🙂 Jetzt werden keine Unterschiede mehr gemacht, ob Mann und Mann, Frau und Frau und Mann und Frau heiraten. War auch längst überfällig, dass die gleichgeschlechtliche Ehe vor dem Gesetz gültig ist.

Verheiratet, getrennt lebend, geschieden oder nicht das leibliche Kind

Wer sich trennt und nicht mehr im selben Haushalt
wohnt, schafft damit eine neue Situation: Dann ist – vereinfacht gesprochen –
derjenige verantwortlich, bei dem das Kind überwiegend lebt. Kommt an der
Stelle ein neuer (Ehe-)Partner ins Spiel, wird die Sache vielleicht
überraschend: Der ist dann nämlich ganz automatisch und unabhängig von Adoption
oder Sorgerecht auch für die Versicherung des Kindes von Belang. Wenn man also
beispielsweise als privat versicherter Mann eine gesetzlich versicherte
alleinerziehende Mutter heiratet, fallen deren Kinder zum Zeitpunkt der
Eheschließung automatisch aus der Familienversicherung heraus und es wird
teuer. Es sei denn sie verdient mehr und man selbst unter der
Jahresarbeitsentgeltgrenze – zum Beispiel als Beamter oder Selbstständiger.

Du erzählst von eurer Expertise des „Digitalen
Beraters“. Was bedeutet das genau?

Du siehst: Es ist manchmal nicht ganz einfach,
das auf den ersten Blick direkt zu durchschauen, wie das Kind versichert werden
kann bzw. muss. Deswegen haben wir auf unserer Website einen „digitalen Berater“
programmiert, durch den man sich ganz schnell durchklicken kann. Innerhalb von
20 Sekunden findet man die Frage auf die Antwort: Wird der Nachwuchs besser
gesetzlich oder privat versichert?

Mehr Infos zum „Digitalen Berater“ findet ihr hier: Das Kind gesetzlich oder privat versichern

Was mich in unserem Gespräch überrascht ist,
dass ihr ganz transparent mit der Vermittlungsprovison umgeht. Ich habe da
schon eigene Erfahrungen gemacht, dass der Makler mir nur unbedingt etwas
verkaufen wollte, was gar nicht so zu mir passt. Wahrscheinlich nur, um seine
Vermittlungsprovision einzustreichen. Ist eure Transparenz euer USP? Erzähl
doch mal.


Ja, und dafür machen wir uns auch nicht viele
Freunde in der Branche der Versicherungsvermittler. Eines der bestgehüteten
Geheimnisse der deutschen Wirtschaft ist die Höhe der Abschlussprovisionen auf
die Vermittlung von Versicherungen. Wir machen die transparent und teilen sie
sogar noch mit unseren Kunden. Das mögen die meisten Kollegen überhaupt nicht.

In der Regel bezahlen Versicherer gut fünf bis
acht Monatsbeiträge als Abschlussprovision für private Krankenversicherungen.
Auch und sogar, wenn das Kind im Elterntarif ohne Gesundheitsprüfung angemeldet
wird – also ein komplett unvermeidbares Geschäft. Wir beteiligen die Eltern
fair daran. Bisher einfach 50:50, im Frühjahr haben wir das aber vereinfacht
und erhöht: Pauschal 4,0 Monatsbeiträge bezahlen wir auf jeden Kindertarif. Und
das etwa sechs bis acht Wochen nach Vertragsbeginn in einer einzigen
Auszahlung.

Vielen Dank, Christoph für deine Antworten. Das hat bestimmt vielen Eltern geholfen, Licht im Dunkel und im „Versicherungsdschungel“ zu finden.

Ihr habt noch Fragen? Dann immer her damit.

Bis bald

Eure Isa

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Versicherungen fuer dein Kind. So findest du die richtige.

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