Familienhelden: Leben mit 2 Kindern in München

Mamylu - Familienhelden


Diese Reihe handelt von ganz alltäglichen Dingen - nämlich vom Familienalltag. Sie zeigt Familienhelden. Denn unser Alltag ist immer vollgepackt. Wie wir Eltern unseren Alltag gestalten, ist manchmal sehr ähnlich und dann doch ganz anders. Die Reihe soll Hilfestellung geben, Ideen aufgreifen und Inspiration für den Familienalltag geben. In der letzen Woche hat uns Annina mit in ihren Alltag genommen. Heute erzählt uns eine 2-fach-Mama von ihrem schönen Alltag in München.


Kinder, Kita, PR und mehr - das Leben einer Mutter in München


Ich bin Kristina Lutilsky (31) mit zwei Kindern im Alter von 4 und 1. Wobei ich eigentlich noch ein drittes Kind habe, das mit meinem ersten auf die Welt gekommen ist: Mein Baby mamylu. Bei mamylu dreht sich alles um die Kliniktasche und die Reise von „Frau“ zu „Mama“. Neben Checklisten und FAQs gebe ich in meinem Blog viele Tipps und Erfahrungen von erfahrenen Müttern weiter. Ich liebe es, ihre Geschichten zu dem Moment zu hören, in dem es auf einmal losgeht, in dem das lange Warten ein Ende hat und leider die Schmerzen ihren Anfang. Doch alle Mamis wissen, dass sich der ganze Trubel mehr als lohnt! Im angebunden Shop gibt es sogar fertig gepackte Kliniktaschen zur Geburt und den Notfall.

1. Wie beginnt ein gewöhnlicher Tag?
Ich brauche schon seit etwa 5 Jahren keinen Wecker mehr, das ist richtig toll! Spätestens wenn mein Mann kurz vorm Gehen ist, werde ich liebevoll geweckt. Zwischen halb und um sieben ist bei uns das große Erwachen. In der Früh bin ich immer zügig: zuerst die Kinder anziehen, dann frühstücken lassen, derweil mache ich mich fertig. Schon kurz vor acht geht es aus dem Haus in die Kitas. Die sind nah beieinander und fußläufig erreichbar. Dass das in München geklappt hat, obwohl es bei der Kleinen sogar kurz so aussah, als würde ich gar keinen Platz für die bekommen, ist ein wahrer Segen! Sind beide Kinder glücklich angekommen und verabschiedet, beginnt für mich der Arbeitstag. An drei Tagen in der Woche findet man mich in meiner PR-Agentur. An den anderen Tagen geht es direkt zu Terminen, ins Lager zum Kliniktaschen packen oder ins Homeoffice an den Laptop. Zumindest ist das der Plan. Wenn die Kinder krank sind – oder ich – dann geht dieser Plan leider nicht so gut auf.

2. Wer bringt und holte die Kinder von bzw. aus der Kita?
Grundsätzlich übernehme ich alle Kita-Wege. Ich mache das aber auch sehr gern. Es gab eine Zeit bei meinem älteren Sohn, da habe ich direkt nach der Elternzeit wieder 40 Stunden gearbeitet und mein Mann hat sich ums Kind gekümmert. Da habe ich richtig körperlich gemerkt, dass das nicht meins ist. Deswegen bin ich sehr zufrieden für unsere jetzige Regelung: Ich habe zwar die Verantwortung für die Kinderlogistik, aber ich habe auch Unterstützung. An einem festen Tag in der Woche übernehmen beispielsweise meine Nachbarinnen das Abholen. Sie sind zu einer Art Wunschomis geworden – ebenfalls ein riesiges Glück im oft sehr anonymen München! Sie kann ich auch fragen, wenn ich kurzfristig Unterstützung brauche. Und bei der Kleinen haben wir einen langen Tag gebucht, sodass auch mein Mann sie abholen könnte, wenn es nötig ist. Oft ist es sogar so, dass ich gerade beide Kinder abgeholt habe und mein Mann uns fröhlich entgegenkommt, weil er auch schon Feierabend hat. Dann beginnt für uns schon ab 17 Uhr der Familienabend, indem wir alle zusammen nach Hause spazieren.

mamylu - Leben mit Kindern in München

3. Habt ihr Hobbys? 
Hobbys? Ich? Hm, ich kann mich dunkel erinnern, dass es da irgendwann mal was gab … ich bin zurzeit ehrlich gesagt froh, wenn ich ohne große Ausreißer (sprich Krankheiten) durch die Woche komme. Viel Energie für Hobbys habe ich gerade wirklich nicht, aber ich habe vor, das auch wieder zu ändern. Meine Kinder sind glücklicherweise sehr zufrieden und auch ausgelastet in den Kitas. Ich habe nicht das Gefühl, dass ihnen etwas fehlt und ich bin auch nicht der Verfechter von zu vielen Kinderkursen. Ich handhabe es bisher so, dass ich die Angebote für meine Kinder hier bei mir um die Ecke selbst organisiere, damit ich nicht quer durch die Stadt fahren muss. Zum Glück habe ich einen gut geeigneten Raum, den ich preiswert mieten kann, und ein gutes Elternnetzwerk in der Nachbarschaft. Auf diese Weise habe ich schon eine Krabbelgruppe umgesetzt, eine regelmäßige Musik-Spiel-Stunde und einen spielerischen Englisch-Kurs für Kindergartenkinder. Für die Sommersaison schaue ich mir jetzt das erste Mal das Sportangebot in der näheren Umgebung an. Prämisse ist für mich dabei, dass es harmonisch in unseren Tagesablauf passt und ich eben nicht in die klassische Mama-Taxi-Rolle hineinrutsche. Ich glaube, das wäre für mich nicht gut.

4. Was spielst du mit den Kindern am Nachmittag? Wo trifft man dich?
Ich hole den Älteren gegen 16 Uhr ab und habe dann eine halbe Stunde mit ihm allein. Da sind wir meistens draußen, essen ein Eis bzw. trinken im Café einen Kakao, spielen auf einer Wiese Frisbee oder lösen kleine Rätsel. Dann holen wir zusammen die Kleine ab. Je nach Wetter und Befinden gehen wir entweder gleich heim und dann freuen sich beide unheimlich aufs Baden oder Basteln. Oder wir bleiben noch draußen im Hof zum Ballspielen, mit Kreise malen oder anderen Schabernack treiben. Spätestens gegen 6 sind wir aber in der Wohnung und es geht ans Abendessen, Fertigmachen und Zubettgehen gegen 8.

5. Wann kommt dein Mann nach Hause? Hat er unter der Woche Zeit für die Kinder? Welche Aufgaben übernimmt er?
Der Feierabend meines Mannes ist sehr unterschiedlich. Er ist Vollzeit angestellt und nebenberuflich noch als DJ da Vinci auf Business-Events und Hochzeiten unterwegs. Nach der normalen Arbeit muss er also immer wieder Gesprächstermine und Locationchecks wahrnehmen. Er versucht aber, spätestens ab 18 Uhr daheim zu sein, damit wir alle zusammen Abendessen können. Danach spielt er auch mit den Kindern und das Zubettgehen mit Zähneputzen, Umziehen und pipapo teilen wir meistens untereinander auf. Wenn die Kinder im Bett sind, müssen wir manchmal beide noch an den Rechner. Er bereitet sich musikalisch auf das nächste Event vor und ich erledige die Korrespondenz rund um mamylu und meine tausend Nebenprojekte. Aktuell hält mich zum Beispiel der Weltrekord für Hebammen auf Trab, ich habe immer wieder Kooperationen mit meinem selbstgegründeten Netzwerk „Mamis für Mamis“ am Laufen und Vorstand im Elternbeirat bin ich auch noch. Es gibt also immer etwas zu tun. Grundsätzlich würde mein Mann alle Aufgaben übernehmen können, sowohl im Haushalt als auch bei den Kindern. Das ist gut zu wissen, gerade für Phasen, in denen ich selbst mal krank bin, aber im Alltag erledige ich vieles dann doch lieber selbst und auf meine Art.

6. Schlafenszeit = Ruhezeit? Oder doch nicht?
Unsere Kinder sind schon immer eher späte Zubettgeher. Dafür schlafen sie aber sehr gut ein und auch relativ lange aus, also auch mal bis 8 oder halb 9. Der Größere schläft fast immer ganz ruhig bis zum Morgen durch, obwohl (oder weil?) wir ihn bis zum dritten Lebensjahr bei uns im Familienbett hatten. Bei der Kleinen gibt es leider fast immer noch jede Nacht Unterbrechungen. Wir bringen sie zwar hartnäckig im Kinderzimmer zu Bett, aber nachts kommt sie häufig zu uns rüber. Das ist manchmal schon um Mitternacht, manchmal auch erst gegen 4. Sie schläft bei uns noch einmal tief ein, sodass wir am Wochenende frühestens ab 7 Uhr vom Älteren geweckt werden. Natürlich wünsche ich mir sehnlichst, dass die Nächte endlich berechenbarer werden, damit ich morgens mit einigermaßen vollem Energietank starten kann. Aber ich weiß, dass es noch Zeit braucht. Zum Glück hat mein Großer schon gezeigt, dass es irgendwann super klappen kann!


Liebe Kristina, ganz lieben Dank für den Einblick in euren Alltag. Du bist wirklich gut durchgeplant und es scheint super zu laufen. 

Liebe Leser! Aktuell suche ich wieder Familien, Nannys. AuPairs usw, die mir aus ihrem Alltag mit Kindern berichten wollen. Schreibt mir dazu bitte eine kurze E-Mail an isa@larilara.de



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Kommentare:

  1. Sehr spannend zu lesen! Da ich bis vor sechs Jahren in München gewohnt habe und uns nur der Zufall nach Bamberg verschlagen hat, ist es für mich interessant zu lesen, wie das Familienleben dort aussehen kann.

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  2. Sehr spannend zu sehen wie es immer bei anderen Familien abläuft, wo die Prioritäten liegen und wer welche Aufgaben übernimmt.
    Jeder muss da seinen Weg finden. Beim Satz "Ich brauche keinen Wecker mehr und werde liebevoll geweckt" musste ich echt Schmunzeln :-)

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  3. Ein spannendes Interview! Meine Kids sind auch 1und 4, und ich finde es immer interessant, wie der Alltag in anderen Familien so aussieht :-)

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  4. Extrem sympathisch und sehe einige Parallelen. Hobbys...daran kann ich mich auch ganz dunkel erinnern...

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  5. Hi Kristina, Jeay, ich find den Weltrekord für Hebammen so toll! Wie schön, dass du das noch stemmen kannst und da mitmischt!
    Ganz große Klasse! Bist du auf der Westfam?

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  6. danke für den Einblick in deinen Alltag :-)

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  7. Es ist immer wieder interessant, einen Einblick zu bekommen, wie das Familienleben bei anderen abläuft.

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