Familienhelden: 2 Frauen, 2 Kinder. Regenbogenfamilie



Diese Reihe handelt von ganz alltäglichen Dingen - nämlich vom Familienalltag. Sie zeigt Familienhelden. Denn unser Alltag ist immer vollgepackt. Wie wir Eltern unseren Alltag gestalten, ist manchmal sehr ähnlich und dann doch ganz anders. Die Reihe soll Hilfestellung geben, Ideen aufgreifen und Inspiration für den Familienalltag geben. In der letzen Woche hat uns Barbara mit in ihren Alltag genommen. Heute erzählt uns eine 2-fach-Mama von ihrem schönen Alltag mit ihrer Tochter und Sohn und Ehefrau.


Eine Regenbogenfamilie und ihr stinknormaler Familienalltag - oder was meinst du? 


Der Alltag meiner Familie unterscheidet sich nicht sehr von dem anderer: manchmal stressig, meist turbulent und oft improvisiert. Dass wir ein bisschen „anders“ sind als andere Familien, vergesse ich oft. Doch dann gibt es wieder Situationen (mal schöne, mal gar nicht schöne), die mich an unsere Besonderheit erinnern: Wir sind eine Regenbogenfamilie.

In meinem Blog Mama McCool erzähle ich davon, wie meine Frau und ich Eltern wurden, wie beschwerlich die Stiefkindadoption ablief und wie unser heutiges Leben mit einer vierjährigen Tochter und einem 19 Monate alten Sohn so abläuft.




Um 5.50 Uhr klingelt der Wecker meiner Frau. An guten Tagen schlafen die Kids noch und wir haben Zeit für die wichtigste Mahlzeit des Tages: schwarzen Kaffee! An den meisten Tagen sind mein Sohn und ich aber schon wach und verwüsten im morgendlichen Übermut das Wohnzimmer. Okay, er verwüstet. Ich hocke noch halb schlafend auf dem Sofa und warte bis die Kaffeemaschine durchgelaufen ist.

Nachdem auch meine Tochter wach und meine Frau aus dem Haus ist, beginnt mein Fitness-Workout: der Weg zum Kindergarten. Hin und zurück sind es etwa vier Kilometer. Und wir laufen. Bei jedem Wetter! Meinen Sohn packe ich in den Bondolino und je nach Laune und Müdigkeit läuft meine Tochter oder ich schiebe sie im Buggy. Nachmittags dasselbe Spiel in die andere Richtung. Das hält fit!

Noch bis Sommer habe ich Elternzeit und betreue meinen Sohn selber. Während die Große im Kindergarten spielt, verbringen wir unsere Zeit mit einkaufen, aufräumen und klettern auf dem Spielplatz. In der Regel hält der Kleine auch noch ein Schläfchen.

Die ersten fünf Monate nach seiner Geburt war meine Frau in Elternzeit, danach habe ich übernommen. Da ich nicht seine leibliche Mutter bin und ihn leider nicht selber stillen konnte, war der Beginn meiner Elternzeit ganz schön aufregend. Aber mit einen Gefrierfach voll abgepumpter Milch und der ersten Beikost haben wir auch diese Phase gut gewuppt.

Nach dem Kindergarten gibt´s ein kleines Mittagessen. Im Moment entscheidet meine Tochter sehr spontan, welche Speisen ihr munden und welche ganz plötzlich gar nicht mehr schmecken. Wenn meine Frau und ich mal „kinderfrei“ haben, gehen wir meist irgendwo etwas essen und freuen uns einfach nur darüber, dass niemand meckert, Zucchini ausspuckt oder mit Kartoffelbrei auf den Tisch malt.


Montags geht meine Tochter am Nachmittag zur Tanzschule, ansonsten haben die Kinder aber keine festen Programmpunkte. Wir gehen oft in den Zoo, sind viel im Garten oder besuchen Freunde. Da wir momentan ein Haus sanieren, ist unsere Freizeit knapp. Häufig geht eine von uns ins Haus, um dort zu arbeiten und die andere verbringt Zeit mit den Kindern. Einmal habe ich auch versucht, meinen Sohn in die Renovierung miteinzubeziehen. Ich dachte, es könnte ihm Spaß machen, mit einem Quast die alte Tapete anzufeuchten, damit ich sie dann abkratzen kann. Das war keine gute Idee. Wir waren beide sehr schnell sehr nass.

Abends sind wir immer alle zusammen. Nach dem Abendessen verbringen wir bei gutem Wetter noch Zeit im Garten. Die Kids drehen dann noch einmal richtig auf und jagen unsichtbare Einhörner oder retten Grüffelos aus den Bäumen. Ich glaube, die Nachbarn halten uns für verrückt.

Wenn das Wetter nicht mitspielt, tanzen wir im Wohnzimmer. Meine Kinder haben wenig Gemeinsamkeiten, aber auf Musik und Tanz stehen beide total. Da mache ich gerne mit.

Zwischen sieben und acht ist bei den Kindern Schlafenszeit. Meine Frau bringt meine Tochter ins Bett (20 Minuten iPad-Zeit, Geschichte vorlesen, Hörspiel …zzz) und ich meinen Sohn (gescheiterter Vorleseversuch, kuscheln … zzz).


Ab halb neun ist bei uns nicht mehr viel los. Ich spiele in einem Theater-Ensemble und raffe mich daher zu Probe-Terminen auf und verlasse nochmal das Haus. Ansonsten sind wir froh, wenn wir noch ein Glas Rotwein (oder zumindest eine Tasse Tee) gemeinsam trinken und etwas quatschen können. Dann geht´s ins Bett. Denn um 5.50 Uhr sind wir wieder wach. Spätestens!

Unser Alltag ist also ganz stinknormal. Genau deshalb empfinde ich es auch als ungerecht, dass wir erst unter Beweis stellen mussten, dass wir eine Familie sind. In Deutschland müssen homosexuelle Paare bei jedem Kind das Verfahren der sogenannten Stiefkindadoption durchlaufen. Keine schöne Sache! Wie das Ganze bei uns ablief, könnt ihr gerne HIER nachlesen.


Liebe Madita, ich finde euren Alltag auch ganz normal und ihr seid es auch. Die Ungerechtigkeit der Stiefkindadoption ist wirklich keine schöne Sache. Dafür habt ihr nun zwei wundervolle Kinder! Ich lese mich gerne durch deinen Blog und bin mir sicher, dass viele meiner Leser das auch tun werden.


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