Freitag, 21. April 2017

Chaos im Haus: Wenn Eltern krank werden {FREE PRINTABLE}


Haushaltshilfe: Die Chaos-Bremse
6 Tipps für alle Fälle

www.larilara.de



Ich kann euch sagen, sowas braucht man nicht. Denn wir waren auch schon einmal gleichzeitig krank. Gerade frisch in die neue Stadt gezogen, keine Freunde und ergo kein Netzwerk. Wir waren richtig krank. Mit hohem Fieber und allem drum und dran. Wir konnten uns nicht bewegen, lagen abwechselnd auf dem Boden - denn wir hatten zu der Zeit einen Säugling. Dem Baby war das natürlich egal. Wir gingen zu irgendeinem Arzt in der Nähe, der uns Ruhe verordnete und ein Antibiotika gab. Ruhe? Ha, mit 2 Kindern hast du die nunmal nicht.
Am Ende musste die Oma 600 km weit anreisen, weil es ohne Hilfe einfach nicht mehr ging. 

Was wir damals nicht wussten - Haushaltshilfe

Wer bei einer gesetzlichen Krankenversicherung ist, kann in so einer Situation eine Haushaltshilfe in Anspruch nehmen. Damit Mütter oder Väter, die einen Haushalt führen, stressfrei genesen können, wenn sie akut schwer erkranken, stellt ihnen die gesetzliche Krankenversicherung eine Haushaltshilfe zur Verfügung. Eltern, die diese Leistung schnell und unbürokratisch erhalten wollen, sollten die nötigen Schritte kennen. Katrin Pumm von der SBK hat mir eine Checkliste gegeben, an der Ihr Euch orientieren könnt:

1. Krisen-Check. Bleibt der Nachwuchs wirklich unversorgt, weil Vater oder Mutter akut krank sind? Oder gibt es jemanden im Haushalt, der sich um die Kinder zu Hause kümmert? Kann zum Beispiel die Oma oder Schwiegermutter, die mit im Haus wohnt, als Babysitter einspringen? Um eine Haushaltshilfe zu bekommen, ist das die entscheidende Frage. Besonders schwierig wird es oft bei Alleinerziehenden: Gerade wenn sie kleine Kinder haben, sind sie auch nachts im Einsatz – wenn sie krank werden, benötigen sie daher möglicherweise rund um die Uhr Unterstützung.

2. Kassen-Kontakt. Jetzt ist der Zeitpunkt für ein kurzes Telefonat mit dem persönlichen Kundenberater. Er hilft, den Anspruch schnell zu klären und kann Hilfe in die Wege leiten. Motto: Wer krank ist und Kinder hat, braucht weder Stress mit Papierkram noch lange Wartezeiten.

3. Arzt-Bestätigung. Attest ist Pflicht. In dem Papier steht: Warum, wie lange und in welchem Umfang ist der Versicherte krank. So wird klar: Ohne Hilfe kommt die Familie nicht klar. Manche Kassen stellen einen Vordruck zur Verfügung, um sicher zu gehen, dass alle nötigen Informationen auch wirklich eingetragen werden.

4. Antrags-Formalität. Haushaltshilfe ist eine antragspflichtige Leistung, sagt das Gesetz. Den Antrag gibt es bei der SBK zum Beispiel auf der Webseite  bzw. beim Kundenberater. Wie gesagt: Der hilft beim Ausfüllen. Unterschreiben, Attest vom Arzt beilegen – und ab die Post.

5. Kümmerer-Check. Welche Haushaltshilfe soll es sein? Am naheliegendsten ist sicherlich, dass jemand aus der Familie oder dem Freundeskreis einspringt. Weil Verwandte und Bekannte aber meistens selbst einen Job haben, ist eine private Lösung oft nicht möglich. Deswegen bieten Kassen wie die SBK auch Kooperationen mit Dienstleistern an, etwa mit Sozialstationen. Die Kasse hilft aktiv dabei, die richtige Haushaltshilfe zu finden.

6. Kosten-Info. Professionelle Dienste rechnen mit der Krankenkasse direkt ab. Bei privaten Hilfen – etwa der Nachbarin – erstattet die SBK zum Beispiel die Kosten bis 9,25 Euro pro Stunde oder 74 Euro pro Tag. Springen Verwandte ein (bis zum zweiten Grad) und haben sie dadurch einen Verdienstausfall, zahlt die Kasse 101,50 Euro für einen Tag, an dem acht Stunden lang betreut wird. Die Anzahl der Stunden, die die Haushaltshilfe leistet, bemisst sich übrigens nach dem Zeitraum, in dem das Kind unversorgt ist. Wichtig: Zehn Prozent der Kosten müssen gesetzliche Versicherte aus eigener Tasche bezahlen, mindestens jedoch 5 Euro und maximal 10 Euro am Tag.


Mehr Infos gibt es hier: www.sbk.org/leistungen/leistungen-von-a-z/haushaltshilfe

Ich habe euch ein Printable erstellt mit den sechs wichtigen Steps, die ihr abklopfen solltet - vielleicht erkundigt ihr euch vorab schon einmal bei eurer Krankenkasse. Gibt es im Vorfeld Dokumente, die ihr einfach für alle Fälle im Haus haben könnt? Die Nummer vom Berater notieren usw. Dann kann im Ernstfall schnell gehandelt werden.



www.larilara.de


Wollt ihr mehr Tipps erhalten? Schaut mal HIER nach. In diesem Artikel geht es um das Kinderkrankengeld. Was interessiert euch noch? Schreibt mir gerne, was euch beschäftigt und ich bemühe mich euch in einem Post darüber zu informieren.

Der Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der SBK. Vielen Dank!

Kommentare:

  1. Das ist echt klasse, dass sowas angeboten wird. Ich habe mir vor knapp 2 Jahren dank eines Sturzes nen Lendenwirbel gebrochen, dh OP. Zu der Zeit war unser Krümmel 3 Monate alt und wurde voll gestillt. Wir in der alten Heimat, zum Glück bei meinen Eltern, der Papa 160 km weg und musste arbeiten. Ich konnte nix allein geschweige mich um den Kleinen kümmern. Meine private KK meinte nur wegen Haushaltshilfe, Pech gehabt, hätten sie sich kein Kind anschaffen dürfen. So eine "tolle" Unterstützung braucht man dann. Meine Eltern sind beide noch berufstätig, haben aber knapp 3 Monate mit Urlaub oder Schichten tauschen überbrücken müssen, um sich um uns zu kümmern.

    Du siehst, manchmal spinnen die KK auch rum.

    Lg

    AntwortenLöschen
  2. Danke, für den Tipp und die Infos!! Wir (Papa & Mama) waren vorgestern beide nicht in der Lage 100% für unsere Minnie da zu sein... ich sag nur Magen-Darm... allerdings hätten wir uns auch nicht mit Sachen wie ein Attest beim Arzt einholen etc. befassen können. Ich hatte ein so schlechtes Gewissen der kleinen gegenüber (2Jahre jung) und sie hat einfach nur klasse mitgemacht. Sie durfte sogar mal Fernsehen...�� Naja ich könnte jetzt noch ewig weiter erzählen... wir haben es nun so auch irgendwie hinbekommen und sowas ist ja zum Glück auch schnell vorüber.

    Liebe Grüße,
    Susanna von http://www.susamamma.de

    AntwortenLöschen