Interviewreihe: Mama, hast du noch ein Hobby?

Weiter geht es in der Interviewreihe zum Thema „Hobbie & Kinder“ mit der sympathischen Andrea vom Blog Life ain’t over. Schaut euch auch mal die tollen bearbeiteten Fotos an. Die finde ich ja besonders schmucke.

Hallo! Ich bin Mama eines sieben Monate alten Jungens und
wohne mit meinem Mann im Münchner Süden. Er macht „was mit Fußball“,
ich mache „was mit Medien“, auch wenn ich eigentlich Ägyptologie
studiert habe. Aktuell befinde ich mich in meiner zwölf Monate dauernden
Elternzeit. 

Welche Hobbys hattest du vor
Schwangerschaft und Geburt?

Mein Mann und ich sind gerne verreist, mehrmals pro
Jahr und gerne so, dass wir keine zwei Nächte im selben Hotel blieben. Mit ihm
und mit Freunden war ich häufig im Kino und im Museum. Zu den großen
Partygängern zählte ich schon vor der Geburt meines Kindes nicht. 

Kreativ sein und mit den Händen arbeiten war und ist
für mich großartig: Alle paar Wochen musste ich ein Zimmer umstellen oder
zumindest austüfteln, wie es aussehen könnte. Dazu zeichne ich gerne auf dem
Papier und am PC.

Da ich etwas eitel bin und immer mit den Pfunden kämpfe, hab ich etwas Yoga und
Aerobic gemacht, bin geritten und zum Schwimmen
gegangen. Und zumindest einmal die Woche musste ein Kuchen in die Röhre,
um die Kalorien wieder reinzuholen.

Was hat sich für dich verändert, seitdem
du Mama geworden bist?

Ich bin ja noch nicht so lange Mama, und in der
Elternzeit ticken die Uhren eh anders. Natürlich ist ein kleines Kind ganz
schön fordernd – vor allem in den ersten vier Monaten. Und weil ich diejenige bin,
die mehr zuhause ist, bleibt an mir auch mehr Hausarbeit hängen.

Weil mein Knirps aber gerne da ist, wo Action
ist, komme ich trotzdem viel raus – mein Alltag ist jetzt
spannender. Insgesamt sind mein Mann und ich aber etwas gemütlicher,
häuslicher, praktischer geworden. Zumindest temporär.

Der Schlaf nimmt mittlerweile einen hohen Stellenwert
ein. Ich wäre froh, mal wieder bis um sechs Uhr schlafen zu dürfen, seeehr
gerne ohne Unterbrechungen. Schlaf ist ein Hobby, für das ich gerne mehr Zeit
hätte. 

Räume umzustellen ist kein Hobby mehr, sondern mit
einem Mitbewohner mehr eine spaßige Notwendigkeit.

Hast du noch die gleichen Hobbys?

Origami ist etwas, das ich vorher schon mochte, aber
gerade zum Ende der Schwangerschaft viel gemacht habe. Dafür ist definitiv
keine Zeit mehr! 😉 Statt zum Buch zu greifen, nutze ich ausgedehnte
Spaziergäng mit dem Junior, um Hörbuch zu hören.

Das Reiten habe ich schon zu Beginn der Schwangerschaft aufgegeben, und ich
fange auch erstmal nicht wieder damit an. Zum einen nimmt es viel Zeit in
Anspruch, zum anderen bin ich mir auf einmal des Risikos bewusst.

Anderes ist fast gleich geblieben: Der Kuchen ist aus der Wohnung verbannt –
die letzten Schwangerschaftspfunde verschwinden eben nicht durch gutes Zureden.
Dafür backe ich mehrmals die Woche selbst Brot und kredenze Babybrei, der einer
Sterneküche würdig wäre. Mit einer Freundin besuche ich einen
Pilates-Kurs, zu dem unsere Kleinen mitkommen können. In der gleichen
Konstellation machen wir auch die lokalen Schwimmbäder unsicher. Und
anstelle von einem PS benutze ich meine eigenen Füße, versuche so
viel wie möglich zu laufen, wenig den Bus zu nehmen. Aktuell habe ich ja noch
die Zeit dazu. Das wird mir fehlen, wenn ich nach der Elternzeit wieder
gestresst ins Büro fahre.

Was eindeutig geblieben ist, ist die Liebe zum Reisen. Natürlich muss man das
hier und da anpassen. Wir besteigen weniger Türme. Schauen, dass wir zur
Schlafenszeit zurück im Hotel sind. Reduzieren das Kulturprogramm. Überlegen,
wie wir unterwegs ähnlich gute Bedingungen herstellen können, wie wir sie
zuhause für unser Baby geschaffen haben. Auf meinem Blog nimmt dieses Thema
einen großen Raum ein.

Bislang läuft es bei mir so: Solange ich mein Kind
mitnehmen kann, kann ich Hobbys wahrnehmen. Und als neues Hobby
ist ja auch das Bloggen hinzugekommen.

Hast du Unterstützung?Einmal pro Woche passt die Oma auf das Baby auf, so
dass wir mal wieder Paar spielen können. Dann geht’s ins Kino, ins Theater, ins
Museum, zum Schwimmen, auf die Rennbahn oder oder oder. Wir hatten uns schon
vor der Geburt vorgenommen, uns zweimal pro Monat nur zu
zweit zu sehen; sonst können die Veränderungen, die ein Kind mit sich bringt,
ganz schnell auch Veränderungen an der Beziehung bedeuten.

Wenn ich mich mal alleine mit einer Freundin treffen
will, findet sich immer ein Termin für einen Papa-Sohn-Abend. Mein Mann nimmt
den Kleinen auch, wenn ich beispielsweise in Ruhe am Blog arbeiten will. Das
klappt freilich nicht immer. 

Haben sich seit der Geburt
deines Kindes deine Interessen verändert?
Absolut! Ich lese Artikel, die mir sonst niemals
aufgefallen wären, habe neue Freunde, mit denen ich ohne unsere Kinder nicht
ins Gespräch gekommen wäre, suche neue Lösungen zu neuen
Herausforderungen. Wenn ich alleine an einem neuen Ort bin, fällt mir sofort
auf, wie es um die Barrierefreiheit bestellt ist. Und teilweise bin ich auch
ängstlicher und pessimistischer geworden, weil ich meinen Sohn gerne in eine
bessere Welt entlassen würde als die jetzige.

Ich hatte geglaubt, mit Kind vieles relaxter zu
nehmen. Stattdessen habe ich einfach zusätzliche Check- und Aufgabenlisten im
Kopf.  

Hast du Tipps, wie man auch mit Kind
seinen Hobbys nachgehen kann?
Auf der einen Seite kommt es auf die Art des Hobbys
und die Reife des Kindes an. Ich glaube, um Stress zu reduzieren, muss man sich
von statischen Hobbys verabschieden, wenn man ein Kind hat. Es gibt vieles, wo
man das Kind mitschleppen oder gar einbeziehen kann. Mein Sohn war schon mit im
Museum, auf Wanderungen, in Restaurants und mit auf Reisen. Er sieht mir gerne
dabei zu, wenn ich den Brotteig knete. Noch tobt er beim Pilates neben mir auf
der Decke rum – das geht wohl nicht mehr lange gut. Dafür macht er dann
vielleicht begeistert mit mir Pralinen – oder entdeckt seine Liebe zur Kunst
des Papierfaltens.

Auf der anderen Seite kann ich mir gerade schwer
vorstellen, wie es sein wird, wenn ich erst
eingekesselt bin zwischen Kita Bring- und Abholzeiten, Büro, Haushalt
und dem vollkommen überschätzen Schlaf. Mit dem Rückhalt durch
Partner und Familie ist es bestimmt einfacher, Zeit für sich nicht nur
zu fordern sondern auch zu bekommen. 

Meine Arbeitsstelle liegt im Osten Münchens, das
ist eine ziemliche Fahrerei mit den Öffentlichen. Ich hoffe, dass
sich der lange Arbeitsweg nutzen lässt, um zumindest Hobbies wie Lesen,
Bloggen und Musik hören unterzubringen. 

Seit wir die Zusage für einen Kita-Platz haben, ist
mir allerdings bewusst, dass das Hobby, auf das ich die meiste Zeit verwenden
will, mein Sohn ist. 

Vielen Dank für deine Antworten, liebe Andrea.

Auch ich habe ihr geantwortet. Mein Interview könnt ihr hier lesen: http://lifeaintover.de/2015/10/21/blogparade-mami-hast-du-noch-ein-hobby/

Wollt auch ihr an meiner Interviewreihe teilnehmen? 

Dann schreibt mir einfach an isa.news (at) gmx.net

Liebe Grüße

eure Isa

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