Montag, 28. Dezember 2015

Gastbeitrag (anonym): Oma und Opa reden nicht miteinander!

Oma und Opa reden nicht miteinander – und meine Kinder müssen darunter leiden!

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Quelle: pixabay

Ich biete auf meinem Blog auch Platz für anonyme Gastbeiträge. Themen, die einfach zu heikel sind, um sie persönlich zu platzieren, aber trotzdem an die Öffentlichkeit müssen. Und heute möchte ich euch diesen Artikel zum Lesen geben.

Das Thema berührt mich selbst, da auch meine Eltern getrennt leben und sich nicht mehr verstehen. Gemeinsame Weihnachten oder Geburtstage sind nicht nur aufgrund der Entfernung unmöglich - auch bevor wir nach Hamburg gezogen sind, war das immer ein großes Problem. 

Nun lest selbst, welche Erfahrungen meine Autorin macht:


Gastbeitrag

Bald ist es wieder so weit. Mein Mann und meine große Tochter haben Geburtstag. Und wieder wird es Diskussionen darum geben, ob Oma oder Opa zur Feier kommen dürfen. Denn Oma und Opa sind getrennt und verstehen sich nicht. Nein, sie verstehen sich nicht nur nicht, sie reden nicht miteinander und können sich noch nicht einmal im selben Raum aufhalten. 


Moment, so ganz stimmt das nicht – eigentlich besteht das Problem eher von Omas Seite aus. Sie und ihr neuer Partner haben ein riesengroßes Problem mit dem Opa. Der Opa würde sich gern arrangieren, damit man zumindest so schöne Anlässe wie den Geburtstag der Enkel oder des Sohnes gemeinsam feiern kann. Aber die Oma blockt ab. Total. Nichts zu machen. 
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Oma hat ein Problem mit Opa

Ich kenne den Grund warum die Oma ein Problem mit dem Opa hat. Und ich kann ihn in gewisser Weise auch nachvollziehen. Und ich erwarte ja auch gar nicht, dass die beiden sich gut verstehen. Schließlich stecke ich nicht in ihrer Haut. Kann die emotionalen Verletzungen nicht nachfühlen. Und es ist grundsätzlich auch nicht mein Problem. Das müssen die beiden unter sich ausmachen. 
Was mich aber wirklich nervt: sobald die Geburtstage meiner Kinder oder meines Mannes näher rücken, wird es zu meinem Problem. Dann nämlich höre ich jedes Jahr: „also wenn der Opa kommt, dann kommen wir nicht“. Es ging sogar schon so weit, dass die Oma von uns verlangt hat, neben dem Kindergeburtstag und der Feier für die Familie eine weitere Feier auszurichten, nur damit sie auch noch kommen können. 

Sorry, aber da hört es bei mir auf. Ich habe drei Kinder. Wohin kämen wir denn da, wenn ich jedes Mal drei Feiern ausrichte, nur weil Oma eine Befindlichkeit hat. Soll sie halt wegbleiben. Aber dann soll sie sich auch nicht beschweren. Oder uns den schwarzen Peter zuschieben. So nach dem Motto: „wenn ihr den Opa unbedingt einladen müsst, dann müsst ihr auf uns verzichten“. 

Ich frage mich, warum sie nicht wenigstens zu so besonderen Anlässen wie dem Geburtstag meiner Kinder oder des eigenen Sohnes über ihren Schatten springen können. Sie sind doch erwachsen. 
Wäre es so schlimm mal zwei Stunden auf die Zähne zu beißen? Die beiden müssen ja nicht miteinander sprechen. Schließlich ist unsere Familie groß, es gibt an solchen Tagen noch mindestens 10 andere Leute, mit denen sie sich unterhalten können. Und es sind doch ihre Enkelkinder. Die können doch nichts dafür, was zwischen den beiden vorgefallen ist. 


Auf unserer Hochzeit hat es doch auch geklappt

Ein einziges Mal haben sie es geschafft gemeinsam auf einer Feier aufzutauchen. Auf unserer Hochzeit. Und auch da haben wir tunlichst darauf geachtet sie möglichst weit auseinander zu setzen. Da hat es doch auch geklappt. Warum können sie also nicht so erwachsen sein und es für ihre Enkel tun?
Noch sind die Kinder klein, lassen sich mit einer Ausrede wie: „die Oma kann nicht kommen, weil sie krank ist“ abspeisen. Aber die Fragen werden irgendwann kommen. Irgendwann werden sie merken, dass Oma immer eine Ausrede hat. Das Oma und Opa nie gleichzeitig auf einer Geburtstagsfeier  auftauchen. Und sie werden wissen wollen warum. Und ich möchte dann nicht diejenige sein, die es ihnen erklärt. Die versichern muss, dass es nichts mit ihnen zu tun hat.

Die Oma hat vorgeschlagen dass sie sich doch abwechseln können. Ein Jahr kommt der Opa, ein Jahr die Oma. Soweit ok für mich. Aber dann der Haken: wir sollten das doch bitte vermitteln. Sorry, aber da hört es auf: sie sind erwachsen. Sie werden es wohl schaffen sich diesbezüglich selbst zu einigen. 

Ich sehe es nicht ein mich da einzumischen. Und schon gar nicht sehe ich es ein, dass ich meinen Kindern sage: „Du darfst diesmal den Opa einladen, aber die Oma nicht.“ Und andersrum. Oder ich lasse sie beide einladen und sage dann hinter dem Rücken meiner Kinder einem ab. 


Mich belastet die Situation

Mich nervt und belastet diese Situation. Ich würde mir wünschen, dass ich nicht jetzt bereits Bauchschmerzen habe, weil ich weiß: bald geht es wieder los mit den Diskussionen. Am meisten würde ich mir für meine Kinder wünschen, dass sich die beiden an den Geburtstagen zusammenreißen. Denn unsere Kinder lieben ihre Großeltern. Alle beide. Und daher wäre es einfach schön, wenn sie beide an ihren Geburtstagen um sich hätten. Aber da ich weiß, dass dieser Wunsch wohl illusorisch ist, würde ich mir zumindest wünschen, dass die beiden die Sache endlich klären. 
Dass sie sich einig werden, wie solche Feierlichkeiten in Zukunft ablaufen. Wer wann kommt. Und dass sie uns dann einfach ihre Entscheidung mitteilen. Denn so kann es nicht weitergehen. So ist es eine Belastung für uns alle. Und hinterlässt jedes Mal nachdem ein Geburtstag gefeiert wurde ein 
fades Gefühl.


Vielen Dank

Ich hoffe, dass meine Gastautorin im Kreis ihrer eigenen Familie ein schönes Weihnachtsfest hatte und dass der Oma-Opa-Stress sich im neuen Jahr legt.

Vielen lieben Dank für deine offenen Worte. Ich denke, dass dieses Thema nicht selten ist. Was habt ihr denn für Erfahrungen gemacht in der Familie? Gerne nehme ich auch anonyme Beiträge an.


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1 Kommentar:

  1. Ja dieses Problem gibt es leider in viele n Familien, nicht immer nur mit Oma und Opa aber dennoch nicht weniger schwierig. Ich kenne das Problem leider auch,aber icvh finde immer man muss sich auch mal zusammen nehmen können und auf Feriern den Anderen auch akzeptieren.

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