Scharlach - was ist das eigentlich?

Scharlach im Haus
Vor ungefähr zwei Jahren kam bei uns Scharlach ins Haus. Meine damals 5-jährige Tochter blieb zu Hause und durfte weder wild spielen noch andere Kinder treffen. Sie war traurig und wurde von Tag zu Tag unleidlicher. So richtig krank war sie nämlich nicht. Aber von vorne.

Wie alles begann
Freitags nach der Kita war sie bei einer Freundin spielen und klagte abends über Schluckbeschwerden. Am Samstag war ihr auch nicht gut und sie hatte leichtes Fieber, was aber abends schon wieder weg war. Dazu kamen Bauchschmerzen und sie sah mitgenommen aus. Wir dachten an eine harmlose Erkältung. Die Zunge war belegt, aber nicht rot, nur der Hals etwas.
Unsere Verabredung für Sonntag haben wir trotzdem abgesagt. Vorsichtshalber, da sie von weiter weg angereist wären. Sonntag Morgen war die Prinzessin sehr müde. Kein Fieber. Aber Halsschmerzen. Wir gingen etwas spazieren. Es ging ihr eigentlich gut. Es war ein ständiges Hin und Her. Montag in der Früh hing sie wie ein Schluck Wasser in der Kurve und ich beschloss, mit ihr endlich zum Arzt zu gehen. Einen Verdacht hatte ich schon - Scharlach - aber nur, weil ich viel im Netz recherchiert hatte.

Was ist Scharlach?
Scharlach gilt als klassische Kinderkrankheit und tritt meist in der Altersklasse zwischen fünf und zwölf Jahren auf. Sie gehört zu den häufigsten bakteriellen Infektionskrankheiten in dieser Altersgruppe. Die Scharlach-Bakterien, sogenannte A-Streptokokken, kommen weltweit vor und verursachen meist eine Halsentzündung und Hautausschlag. Pro Jahr erkranken in Deutschland etwa 1 bis 1,5 Millionen Menschen an den A-Streptokokken. Die Bakterien können Giftstoffe, sogenannte Toxine bilden. 

Welche Symptome können auftreten?
Hohes Fieber, starke Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, dunkelroter Rachen, „Himbeerzunge“, Kopf- und Gliederschmerzen, gelegentlich auch Erbrechen. Am zweiten Tag entwickelt sich ein rötlicher Ausschlag am Körper und nach ein bis zwei Wochen schuppt sich die Haut an Händen und Füßen. Hat ein Patient die Erkrankung überstanden, ist er in Zukunft vor dem jeweiligen Giftstoff des Erregers geschützt. Da die Bakterien aber unterschiedliche Giftstoffe bilden, ist es möglich mehrfach an Scharlach zu erkranken. Scharlach ist hoch ansteckend. Daher tritt die Erkrankung immer wieder gehäuft in Kindergärten oder Schulen auf, insbesondere in der kälteren Jahreszeit zwischen Oktober und März.

bei Scharlach hat man oft eine Himbeer-rote Zunge
Wie wird Scharlach übertragen?
Die Erreger werden über Tröpfcheninfektion übertragen, also durch Ansprechen, Anhusten oder Anniesen. Eine Infektion ist auch über Gegenstände, verseuchtes Wasser oder belastete Lebensmittel möglich.
Ohne Antibiotika-Therapie ist der Patient bis zu drei Wochen ansteckend, mit Antibiotikum ist die Ansteckungsgefahr nach 24 Stunden gebannt. Unser Arzt sagte jedoch, dass sie erst nach 48 Stunden nicht mehr ansteckend sei.  Eine Impfung existiert nicht, da es zu viele Varianten des Scharlacherregers gibt.
Wie lange zu Hause bleiben?
Ärzte raten, behandelte Kinder zu Hause in Ruhe auskurieren zu lassen. Wir haben für drei Tage eine Krankmeldung bekommen.

Hatten eure Kinder schon Scharlach? Wie sind sie damit zurecht gekommen?

Liebe Grüße und gute Gesundheit
eure Isa





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