Samstag, 1. August 2015

Ein ganz gewöhnlicher Tag ODER Mama dreht durch

Wo bleibt die Zeit



Da sitze ich nun. Mutterseelenallein auf meinem großen Bett. Ein Glas Rotwein neben mir. Das Handy auf der Decke. Das Tablet am Strom. Der Laptop auf dem Schoß. Ein Stockwerk weiter unten sitzen Oma und Tante. Sie schauen Donna Leon. Das kann ich mir nun echt nicht geben.

Ich lasse den Tag Revue passieren. Um 4:15 kommt Klein E. Schläft nochmal ein. Ich nicht. Um 6 Uhr stehe ich auf. Kaffee. Macht mich aber auch nicht fitter. Die Dusche tut gut. 7 Uhr, Klein E. wird wach. Die Große L. muss nun auch aufstehen. Klein E. heult sofort los, wenn ich sie auf den Boden setze. Ich denke nur LAUF DOCH. 7:30 kommen die Älteren runter. Ich schnell ins Bad, dem Kleinkind unter lautem Protest die Zähne geputzt, mir schnell Puder und Kajal ins Gesicht geklatscht und ab zum Bus. Dann U-Bahn. 40 Minuten später in der City angekommen. Ach ja, ich muss noch Wasser kaufen. Stopp. Hunger hab ich auch. Habe ich etwas mein Frühstück vergessen zu essen? Jap. Mal wieder. Also schnell ein Sixer Wasser ins Büro schleppen. Konzepte schreiben, Conference Calls tätigen, vorbereiten und ab ins Wochenende. Ja genau. Denn freitags muss ich nicht arbeiten. Um 16:15 komme ich an der Kita an. Kinder eingepackt und ab nach Hause. Essen machen. Immer dieser Hunger (hamm, hamm, hamm).



Heulattacke der Kleinen. Geschirr wegräumen. Wickeln. Kurz die Regenpause nutzen und laufen üben mit Klein E. Oh Mist. Ich muss noch Wäsche waschen. Waschkeller. Maschine an. Immer Klein E. im Schlepptau. Abendessen machen. Abendessen wegräumen. Kinder bettfertig machen. Und wieder dieses Aufbäumen beim Zähne putzen. Kleine ins Bett. Große ins Bett. Vorlesen. Kuscheln. 19:30. Wäsche fertig. Aufhängen. Ach ja, ich habe Sachen bei mamikreisel und ebay verkauft. Raussuchen. Verpacken. Und jetzt endlich, neben der Tagesschau meine privaten E-Mails beantworten. 20:15, die Verwandtschaft macht den Fernseher so laut, dass ich flüchte. Mit Tablet ins Schlafzimmer. Akku leer. Wieder runter und Laptop holen. Der zieht ein Update. Gefühlte Stunden. Hoffentlich nicht Windows 10. Das soll Mist sein. Zu viele Bugs. Ach. Dann telefoniere ich halt mit meiner Freundin, die am Münchner Flughafen auf ihren Rückflug wartet. Wein ist leer. Und einen Pickel mehr im Gesicht entdecke ich auch. Aua. Was solls. Morgen habe ich ja frei. Ich muss nur den Haushalt machen, mir eine neue Kita anschauen, zur Post gehen, Einkauf erledigen und auch noch eine Bewerbung schreiben. Aber ich habe ja frei. Machbar.

Wenn sich jetzt jemand fragt, wo der Ehegatte ist. Der ist aus. Aber ich bin ja nicht alleinerziehend. Denn das ist schlimm. So schlimm ist es nicht. Ich will keiner Alleinerziehenden auf die Füße treten. Auch, wenn sie Oma oder Opa hat. Die hab ich nicht. Wohnen 550 km weit weg. Aber einen Mann. Das muss ja viel wert sein.

Revue. Ein Tag zieht an mir vorbei. Ganz alltäglich.

Bis bald
eure Isa

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